Japans tropische Seele im Süden

Okinawa ist für mich ein ganz besonderer Teil Japans – fast schon eine eigene kleine Welt. Die Inselgruppe liegt ganz im Süden des Landes, eingebettet zwischen dem Ostchinesischen Meer und dem Pazifischen Ozean. Schon bei der Ankunft spürt man, dass hier vieles anders ist als auf den Hauptinseln Japans: entspannter, ruhiger und deutlich tropischer.


Okinawa ist bekannt für sein warmes Klima, türkisblaues Meer und weiße Sandstrände. Gerade dieser Kontrast zum oft hektischen Stadtleben Japans hat mich sofort begeistert. Die Temperaturen sind das ganze Jahr über angenehm und das Leben scheint hier ein bisschen langsamer zu laufen – genau das, was man sich hier wünscht. Manchmal hat man aber auch das „Glück“ statt strahlenden Sonnenschein, einen Taifun von Thailand begrüßen zu dürfen. 


Kulturell hat Okinawa eine spannende Geschichte. Früher war die Inselgruppe das eigenständige Ryūkyū-Königreich, was man bis heute an der Architektur, der Musik und den Traditionen merkt.


Auch kulinarisch hebt sich Okinawa vom restlichen Japan ab. Die Küche ist einfach, aber unglaublich geschmackvoll und gilt als eine der gesündesten der Welt. Kein Wunder, dass Okinawa für seine vielen Hundertjährigen bekannt ist.


Okinawa hat mich nicht nur mit seinen Stränden und seiner entspannten Atmosphäre überrascht, sondern auch mit seiner ganz besonderen Tierwelt. Eine Begegnung, die mir besonders in Erinnerung geblieben ist, sind die Flughunde, die auf Okinawa beheimatet sind.


Vor allem in den Abendstunden werden sie aktiv. Wenn die Sonne langsam untergeht und es ruhiger wird, sieht man sie lautlos durch die Luft gleiten – mit ihren großen Flügeln und ihrer beeindruckenden Spannweite. Beim ersten Mal musste ich zweimal hinschauen, denn sie wirken fast ein bisschen surreal. 

Die Flughunde auf Okinawa gehören zu den größten Fledermausarten der Welt. Trotz ihres imposanten Aussehens sind sie friedliche Tiere, die sich hauptsächlich von Früchten, Blüten und Nektar ernähren.


Für mich waren diese Tiere ein weiteres Zeichen dafür, wie ursprünglich und naturverbunden Okinawa ist. Sie gehören ganz selbstverständlich zum Alltag der Insel – für Besucher sind sie etwas Besonderes, für die Einheimischen ein vertrauter Teil der Natur. Okinawa zeigt hier einmal mehr, dass diese Inselgruppe weit mehr ist als nur ein Strandparadies.


Okinawa hat mich mit seiner Mischung aus japanischer Kultur, tropischem Inselgefühl und herzlicher Gelassenheit sofort in seinen Bann gezogen. Ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt, durchatmet und Japan von einer ganz anderen Seite kennenlernen kann.


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