Kennt ihr die Daruma? Diese runde japanische Puppe aus Pappmaché? Die, die die Macht besitzt, unsere Herzenswünsche zu erfüllen? Nein? Dann solltest du hier unbedingt weiter lesen.
Tja, wie sieht diese ominöse Daruma Puppe jetzt aus und was macht sie so besonders.
Die Farben der Puppen spiegeln die Kraft wieder, die sie trägt. Ruhm, Schutz, Gesundheit oder Wohlstand.
Die Daruma-Puppe ist mir in Japan immer wieder begegnet, fast so, als wollte sie mir etwas sagen. In Tempeln stand sie still zwischen Räucherstäbchen und Gebeten, in kleinen Läden wartete sie geduldig darauf, mitgenommen zu werden. Anfangs habe ich sie nur angesehen, später begann ich, sie wirklich wahrzunehmen.
Daruma steht für Durchhalten, für dieses leise Weitermachen, auch wenn es schwerfällt. Sie hat keine Arme, keine Beine und doch richtet sie sich immer wieder auf. Egal, wie oft sie umfällt. Diese einfache Bewegung hat mich berührt, mehr als ich erwartet hätte. Vielleicht, weil sie so ehrlich ist. Man fällt und man steht auch wieder auf. Nicht sofort. Aber irgendwann.
Besonders nahe ging mir das Ritual mit den Augen. Beim Kauf sind sie leer, fast verletzlich. Erst wenn man sich einen Wunsch oder ein Ziel setzt, malt man eines der Augen aus. Das zweite bleibt offen – als Erinnerung daran, dass noch etwas aussteht. Ich mochte diesen Gedanken sehr. Er fühlt sich nicht nach Druck an, sondern nach Hoffnung. Nach einem Versprechen an sich selbst.
In manchen Tempeln habe ich alte Daruma-Puppen gesehen, mit schief gemalten Gesichtern, mit Spuren der Zeit. Sie wirkten gebraucht, gelebt. Jede von ihnen trägt eine Geschichte in sich, von Hoffnungen, die erfüllt wurden und von solchen, die vielleicht noch warten. Am Ende des Jahres werden sie verbrannt, nicht aus Vergessen, sondern aus Dankbarkeit. Ein Abschied, der Platz für Neues schafft.
Die Daruma-Puppe ist für mich kein Souvenir. Sie ist eine Erinnerung daran, freundlich mit sich selbst zu sein. Nicht aufzugeben, auch wenn der Weg holprig ist und vielleicht ist es genau diese stille Botschaft, die ich aus Japan mitgenommen habe – verpackt in einer kleinen, roten Puppe, die immer wieder aufsteht.
