Kyoto hat uns (besonders mich) vom ersten Moment an verzaubert. Die Stadt strahlt eine Ruhe und Eleganz aus, die man sofort spürt, wenn wir durch die alten Gassen schlendern. Hier trifft jahrhundertealte Tradition auf lebendiges Stadtleben – und genau diese Mischung macht Kyoto für uns so besonders. Ich wusste bereits vor Abreise aus Wien, dass dies meine Stadt wird/ist. Besonders beeindruckt haben uns die unzähligen Tempel und Schreine. Jeder von ihnen erzählt seine eigene Geschichte, ist eingebettet in wunderschöne Gärten und strahlt eine friedliche Atmosphäre aus. Unser Spaziergang durch den Fushimi Inari-Taisha mit seinen endlosen roten Torbögen war fast wie ein Spaziergang durch ein lebendiges Kunstwerk – wir hätten stundenlang dort entlanggehen können. Ein Highlight war auch das Schlendern durch Gion, das historische Geisha-Viertel. Zwischen den traditionellen Holzhäusern, kleinen Teehäusern und dem Duft von frisch zubereitetem Matcha-Tee vergisst man sofort die Zeit. Mit ein bisschen Glück begegnet man sogar einer Geisha oder Maiko auf ihrem Weg…ein Anblick, der uns immer wieder fasziniert hat.
Für Natur- und Tierliebhaber ist der Arashiyama Affenpark Iwatayama ein echtes Erlebnis. Der Aufstieg wirkte zunächst harmlos, doch schon nach wenigen Minuten wurde klar, dass der Berg keine Gnade kannte. Stufen um Stufen, Schritt für Schritt, der Blick immer wieder nach unten gerichtet, um nicht auszurutschen. Während der Schweiß langsam den Rücken hinunterlief, hörte man plötzlich Rascheln über uns. Die ersten Japanmakaken saßen lässig auf den Geländern, als wollten sie uns stumm fragen, warum wir Menschen uns freiwillig so quälen. Oben angekommen, waren alle Anstrengungen vergessen. Die Affen bewegten sich frei um uns herum, völlig unbeeindruckt von Kameras und staunenden Blicken. Mit Kyoto zu unseren Füßen und einem Affen nur wenige Zentimeter entfernt war eins klar…Für diesen Moment hatten sich brennende Oberschenkel und schwere Atmung ala Dampflokomotive absolut gelohnt.
Die Affen sind neugierig, aber friedlich, und der Blick über Kyoto von oben ist einfach atemberaubend. Wir haben die Momente zwischen den herumtollenden Affen sehr genossen. Ein bisschen
Natur, eine Brise Abenteuer und ein wunderschönes Panorama über die Stadt. Alles womit man mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.
Was uns in Kyoto besonders beeindruckt hat, ist die Freundlichkeit der Menschen. Überall begegnet uns Höflichkeit, Rücksichtnahme und Respekt. Egal, ob wir einen Tempel betreten, in einem Café sitzen oder durch die Stadt spazieren – die Menschen grüßen freundlich, helfen gern weiter und achten auf kleine Gesten der Etikette. Das macht den Aufenthalt einfach noch angenehmer und harmonischer und zeigt, wie sehr diese Werte hier gelebt werden.
Kyoto ist für uns ein Ort, an dem wir die Seele Japans spüren konnten. Die Mischung aus Tradition, Ruhe, lebendigem Alltag, Natur und der Herzlichkeit der Menschen macht die Stadt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Jeder Schritt durch Kyoto hat uns gezeigt, wie schön es ist, in einer Stadt zu sein, die ihre Geschichte ehrt und gleichzeitig lebendig bleibt.
